Heute Vormittag habe ich mir die Zeit genommen, und den YouTube-Service in meinem Sony Bravia-TV ausprobiert. Abgesehen von der unpraktischen Stichwortsuche via Fernbedienung war ich begeistert, am Sonntag-Vormittag in meinem Schlafzimmer eine kleine Weiterbildungsreise absolvieren zu können.
Eric vs. Larry + Eric
In den vergangenen Wochen hatte ich mir u. a. Videos der Googler Eric Schmidt und Larry Page gebookmarked. Während mich bei Stanford-Absolvent Larry interessierte, wie er als (neu) im Rampemlicht stehender CEO von Google die Welt, aktuelle Technologien und seine Company sieht, wollte ich Berkeley-Absolvent Eric screenen, wie er nach der Neuordnung des Google-Topmanagements auftritt.
Networked Computing
Um es vorweg zu nehmen: Eric ist nach wie vor der souveräne Präsentator, der mit diplomatischem Geschick die Bühnen der Welt bespielt, so auch die diesjährige Keynote-Arena der Dreamforce - dem jährlichen "Familientreffen" von Salesforce in San Francisco. Im Interview mit Co-Founder und Salesforce-CEO Marc Benioff zeigt Eric auf, dass das Cloud-Zeitalter mit Software- und Platform-as-a-Service eigentlich von Sun Microssystems Anfang/Mitte der Achtziger mitbegründet wurde.
Auch wenn die von mir geliebte Company Sun es damals nicht schaffte, durch einen offenen Ansatz Solaris zum "Global Leader" werden zu lassen, Nachfolger wie Apples Mac OS oder Googles Android auf Basis von Unix und Linux lassen Sun's Leistung im angemessenen Licht erstrahlen.
Besonders interessant fand ich Erics Bewertung, warum es erfolgreiche Companies so schwer haben, wenn neue Konkurrenten um die Ecke kommen. Als bekannte Issues wurden im Talk mit Marc Benioff u. a. Novells Betriebssystem Netware, Microsofts Betriebssystem Windows oder die geschlossenen Betriebssysteme der Handy-Hersteller erwähnt. Eric antworterte darauf:
"When it moved and you don't move into it very quickly, you get very hard to get raise."
Companies wissen, dass Sie etwas ändern müssen, tun es aber nicht - mit Rücksicht auf bestehende Kunden oder zum Schutz ihrer jetzigen Organisation. Dabei gefährden sie genau damit ihre Zukunft und im Endeffekt ihre Existenz. Eric lobte als Positivbeispiel den 2-maligen Komplettumbau von Apple durch Steve Jobs.
Auch der 2. von mir promotote Talk beschäftigt sich mit Veränderungen
in Unternehmen, Dieses mal sind es Eric und Larry, die auf dem
diesjährigen Google-Partner-Forum Zeitgeist in Paradise Valley über die Entwicklung des Suchmaschinen-Riesen sprachen.
Larry brachte in einem Satz zum Ausdruck, wofür die Tech-Company aus Mountain View steht:
"We love to build technologies, that people loves to use it."
Wichtiger als die (vordergründige) Werbebotschaft ist für mich, dass Google - im Gegensatz zu altherrgebrachten Firmen - seine Technologien, seine Angebote und damit sein Business rund um die Nutzer aufgebaut hat. Dies gilt, so Eric Schmidt auf der Dreamforce, für Geschäftsbeziehungen mit Endverbrauchern (Consumer) ebenso wie mit Unternehmen (Enterprise)!
Der Wechsel an der Spitze von Google soll Co-Founder Larry Page in Zukunft ermöglichen, schnelle Entscheidungen zu treffen und diese konsequent im Unternehmen umzusetzen. Und damit genau jenes Problem zu verhindern, an dem Sun, Novell und Microsoft zu kämpfen haben bzw. hatten.
Zu guter Letzt: Eine der Kernaussagen, warum Eric Schmidt nach traditionellen Companies wie Sun und Novell seit 2001 die "verrückten Techis" von Google unterstützt, kann ich nur unterstreichen:
"Life is short. You should spending time for work with people you like."
Mehr ist nicht zu sagen.
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