Der Darmstädter IBM Lotus-Manager und Social Media Kollege Stefan Pfeiffer twitterte am Montag 5 Annahmen, wie sich die Public Relations im Zusammenspiel mit dem Social Web im kommenden Jahr entwickeln werden. Der Original-Beitrag aus Mashable "5 Predictions for the Public Relations Industry in 2011" bestätigte mich in meinen Erfahrungen und Erwartungen, so dass ich gern darauf eingehen möchte:
1. Social Sharing of News - Soziales Teilen von Nachrichten
Als PR-Fachleute haben wir im Social Web einerseits die Aufgabe, Neuigkeiten und Wissenswertes interessierten Usern nahezubringen. Andererseits müssen wir aufpassen, keinen Druck auf User auszuüben und uns nicht durch Auftraggeber unter Druck setzen zu lassen. Anfragen, Postings zu (re)tweeten, sollten wir immer im Kontext betrachten und mit Incentives, z. B. Gewinnspielen, bei Facebook vorsichtig sein. Hier haben wir eine neue Mittlerfunktion, die Fingerspitzengefühl erfordert. Dabei sollten wir die Möglichkeiten von Social Media Optimization nutzen, durch tolle Inhalte, aktives Veröffentlichen, einfaches Teilen, Rechte zur Weitergabe sowie Tipps und Hilfestellung.
2. Increase in 'Direct Editorial" - Publizieren eigener Beiträge
Auch wenn Corporate Blogs in Deutschland kaum genutzt werden, sollten wir sie als PR-Spezialisten nicht außen vor lassen. Durch die Auflösungserscheinungen der Medien sind qualifizierte Inhalte mehr denn je gefragt - und die können wir mit Kunden und Partnern beitragen. Längst kopieren Print-, Funk- und Onlinemedien unverholen Inhalte aus Blogs und YouTube. Über Twitter können wir auf Neuigkeiten und Positionen aufmerksam machen. So werden wir Doorkeeper für "Compelling Content". Voraussetzung: Wir publizieren relevante Beiträge, die Vertrauen ermöglichen - und versuchen nicht, zu verkaufen.
3. Greater Demand for Exclusives - Nachfrage nach Exklusivem
Der Nachrichtenwert einer Meldung beträgt max. 5 Minuten. Danach ist jede News nur noch zum "Fische einwickeln" gut. Mehr denn je müssen wir uns als Public Relations Experten fragen: "Was ist wirklich interessant?" Der Nachrichtenwert ist in unzähligen Studien untersucht worden, die wichtigsten Faktoren, wie Zeit, Nähe, Status, Dynamik, Valenz und Identifikation sind in der Wikipedia zu finden. In den Sozialen Medien spielen aus meiner Sicht vor allem Informationswerte wie Wissens-, Orientierungs- und Gebrauchswert sowie Unterhaltungs- und Gesprächswert eine Rolle. Google-CEO Eric Schmidt nannte Informationen, (Weiter-)Bildung und Unterhaltung als die drei Leitwerte im Netz.
4. Growth in Multimedia - Wachstum durch Multimedia
Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Videos sind der Aufsteiger in den Sozialen Medien. Längst zählen Videos auf Newsportalen als "Must have" - für Blogs sind sie Alltag. Auch in den PR sollten wir Videos produzieren und publizieren. Ein Interview im Video besitzt eine wesentlich höhere Authentizität als ein trockener Text. Zudem bieten Videos eine Abwechslung gegenüber dem textlastigen Internet. Ob mit professionellem Kamerateam oder einer kompakten Minicam - Videos bereichern unsere Arbeit und machen zudem Spaß. Ich selbst werde im kommenden Jahr in Social Media Projekten mehr auf Videos und YouTube setzen - auch auf Grund des viralen Effektes, wenn man es richtig macht.
5. Data, Graphics and Apps - Messen der Relevanz
Nach dem Ausprobieren der Möglichkeiten im Social Web wird es in 2011 mehr und mehr um gezielte Vernetzung, erfolgreiche Positionierung und wirtschaftliche Effekte gehen. Da jeder Link jedes Postings jederzeit getrackt werden kann, sollten sich PR-Kollegen unbedingt mit dem Social Media Monitoring beschäftigen. Dabei unterstützen günstige aber qualifizierte Plattformen wie Hootsuite für Twitter und TwentyFeed für Blogs und Facebook die Basisdaten zu erheben. Das Dashboard Netvibes bietet die Chance, die unzähligen kostenfreien Monitoring-Tools an einem Ort zu bündeln und effektiv zu nutzen. Das Schöne: Im Monitoring sieht man nicht nur das Erwartete, sondern auch überraschende Effekte, aus denen man jeden Tag lernt.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen