Mittwoch, 3. November 2010

Warum Firmen und Behörden ticken, wie sie ticken.

Warum lügen und betrügen manche Mitarbeiter von Unternehmen und Behörden, dass sich die Balken biegen? Warum sehen manche Zeitgnossen in Wirtschaft und Verwaltung Angriffe und Drohungen als legitimes Mittel, dass einem der Atem stockt? Dieser Frage bin in den vergangenen Tagen ein wenig auf den Grund gegangen.

Auslöser waren die extrem negativen Erfahrungen mit der Berliner WIrtschaftsbehörde und dem Berliner Wirtschaftsförderer TSB in den vergangenen drei Jahren. Anfang September fasste ich die Erfahrungen in einem ausführlichen Blogbeitrag unter dem Titel "Drei Jahre Open Source in Berlin - drei Jahre Mauer-Mentalität" zusammen.


Der Beitrag hatte nachhaltige Folgen:
  • Die Vertreter eines Kunden forderten mich ultimativ auf, den Beitrag zu löschen. Da ich meine Meinung nicht nach der (Klein-)Berliner (Groß-)Wetterlage ausrichte, bleibt der Beitrag online. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden wird zum Jahresende beendet.
         Ich unterstütze Beleidigungen und Bedrohungen nicht mit Duckmäuserei.
  • Vertreter der zitierten Verwaltungen halten es seit dem Beitrag anscheinend nicht mehr für nötig, den Anstand zu wahren. Zum Einen reden Sie hinter dem Rücken über mich. Zum Anderen halten Sie es auch nicht für nötig, zu grüßen.
         Ich muss Menschen mit zweifelhafter "Kinderstube" nicht mögen müssen.

Bleibt die Frage: Warum sind einige Menschen offen, ehrlich und fair unterwegs und warum sind andere Zeitgenossen bereit, "über Leichen zu gehen"?

Bei meinen täglichen Recherchen in Blogs, Videos und Slides bin ich auf eine spannende Präsentation aus München zum Thema "Unternehmenskultur und kulturelle Ebenen von Unternehmen" bei slideshare.net gestoßen, die ich an dieser Stelle gern einbinde:



Im Kern stellt das Modell des amerikanischen Unternehmensentwicklers Richard Barrett eine siebstufige Entwicklung von Organisationen vor. Das Modell beginnt bei "Grundwerten", wie Überleben, Beziehungen und Selbstwert, fokussiert auf die Transformation von Organisationen und mündet in Sinnstiftung, positiven Veränderungen und dem Dienst an der Allgemeinheit. Jeder von uns kennt diese Ebenen - im persönlichen wie beruflichen Kontext.

Erstaunt und zugleich bestätigt las ich die negativen Exzesse der kulturellen Grundwerte, auf die ich an dieser Stelle eingehen möchte und mit pointierten Fragen zur Diskussion stelle:

In der Kategorie "Überleben" werden die Aspekte "Raubbau" und "übermäßige Kontrolle" als Auswüchse aufgeführt. Warum üben einige Entscheider und leitende Mitarbeiter extreme Kontrolle über ihre Einflussbereiche aus? Ist es Stärke, Sicherheit und Zuversicht? Oder ist es Schwäche, Unsicherheit und Angst, nicht zu wissen, wie Sie zurecht kommen sollen? 

Unter dem Punkt "Beziehungen" führt der Unternehmensentwickler im Extremen "Seilschaften", "Geheimniskrämerei", "Schuldzuweisungen" und "Manipulation" auf. Warum müssen einige "Spezis" im stillen Kämmerlein rumkungeln und die Schrotflinte rausholen, wenn sie sich ertappt fühlen? Ist es Offenheit, Ehrlichkeit und Fairness? Oder sind es persönliche, berufliche oder geschäftliche Ziele, die zu Lasten Anderer gehen?

Beim "Selbstwert" wird es noch einmal spannend: Hier nennt Richard Barrett "Überheblichkeit", "Egoismus", "Ellenbogenmentalität" und "Bürokratie" als negative Auswüchse. Warum plustern sich einige Kandidaten auf wie "kleine Könige", und warum verstecken sich andere in Amtsstuben? Sind es Selbstvertrauen und echter Erfolg? Oder sind es persönliche Schwächen und der Wunsch, sich zu schützen?

Eine ganze Reihe der negativen Auswüchse durfte ich in den vergangenen drei Jahren der "Zusammenarbeit" mit den Vertretern der Stadt Berlin erleben. Spätestens nach dieser Präsentation komme ich zu einer ganz eigenen Meinung zu den kennengelernten "Persönlichkeiten" und ihren Organisationen.  Und ich stelle mir eine Frage: "Für wen sind Menschen mit den aufgelisteten Schwächen und Auswüchsen "interessante Geschäftspartner"?  Für mich jedenfalls nicht.   

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