Bei den Mobilfunkern dröhnen die Alarmsirenen im Dauerbetrieb. Der Grund: Mit der Nutzung des Internets via handlicher Smartphones drohen die angestammten, hoch lukrativen Geschäftsmodelle, allem voran mobile Telefonie und Kurznachrichten-Versand, wie Strohhalme einzuknicken. In dieser Woche erzählt Telecom-Profi Holger Schmidt im konservativen Focus den letzten DAUs (Dümmste Anzunehmende User), wie man seinem Provider ein Schnäppchen schlägt.
Schuld an der Misere ist die technische Entwicklung. Angefangen hat alles mit Apples iPhone Mitte 2007 - in der 5. Generation nach wie vor der unangefochtene "Innovationsführer". In Schwung gekommen ist der Trend mit Googles Android Phones ab 2009 - mit über 50% Marktanteil das erfolgreichste mobile Betriebssystem weltweit. Allein Android und iOS decken mehr als 80% des Marktes ab - und ihre Apps verbreiten sich millionenfach.
Immer schneller, immer weiter, immer höher
Dazu kommt der rasante Ausbau der mobilen Datennetze auf UMTS mit zunächst 384 Kbit/s und HSDPA mit 3,6 bzw. 7,2 Mbit/s (3G). Mit dem jüngsten Trend zu LTE-Netzen (4G) mit bis zu 50 Mbit/s wird der Druck auf die "Big Four" in Deutschland nicht geringer. Und der nächste Schritt zu LTE-Advanced ist auf der Leitmesse MWC in Barcelona bereits vor einem Jahr angekündigt worden.
Mobile Apps - Horror der Mobilfunk-Branche
Zunächst droht es den SMS-Versand zu erwischen, gefolgt von Telefonaten via Handy. Was mit dem heute zu Microsoft gehörenden Skype auf PCs und Notebooks begann, wird mit Facebook Messenger, WhatsApp, WindowsIM, Viber und den herstellerexklusiven Services von Blackberry Messenger bis iMessage zum Horror einer ganzen Industrie. Insider der Branchenriesen zucken selbst mit den Schultern, nicht zu wissen, wie Sie damit umgehen sollen.
Von Android und iOS vor sich her getrieben
Das Internet fragt nicht, bevor es das Geschäftsmodell von E-Plus, Telefonica, Telekom und Vodafone verändert. Ob Niederländer, Spanier, Deutsche oder Briten es wollen oder nicht - millionen eifriger App-User auf Android-Phones, Blackberrys, iPhones + Co. zeigen den Mobilfunk-Netzbetreibern die lange Nase. Dabei kostet es nur einen Klick auf eine der beliebten Apps z. B. im Android Market oder im Apple App Store, und schon sind die Einnahmen der Mobilfunker - trotz attraktiver Flatrates und Dumping-Preisen - im Eimer.
Das mobile Dreigestirn rückt immer näher
Laut Focus ist der SMS-Umsatz in Deutschland in den vergangenen 5 Jahren um satte 1 Mrd. Euro auf 2,8 Mrd. € eingebrochen. In den kommenden 3 Jahren soll's nochmal auf 2,1 Mrd. € in den Keller gehen - was großzügig gerundet eine Halbierung in 8 Jahren bedeutet. Mit einem Bekanntheitsgrad von bis zu 57% knabbern vor allem Facebook Messenger, Skype und WhatsApp auf den mobilen Betriebssystemen am SMS-Geschäft der Mobilfunker.
WhatsApp: Weil einfach einfach einfach ist
Mit 49% Nutzerquote bei Smartphone-Usern geht vor allem WhatsApp durch die Decke. Kein Wunder: Mit der Installation liest der ursprünglich fürs iPhone entwickelte Service einfach das Adressbuch aus und listet alle App-User im Bekanntenkreis übersichtlich auf. Facebook erfordert hingegen die Präsenz im Netzwerk und eine Anmeldung an der App, Skype verlangt sogar einen Account mit extra Nutzer-Name, um mit anderen skypen zu können.
Vom iPhone zum Liebling aller mobilen User
Allein unter Android schafft es der Martkführer WhatsApp auf 486.000 positive Bewertungen mit 4,5 von 5 Sternen. Und auch unter iOS bringt es WhatsApp auf 4,5 Sterne - bei mehr als 47.000 positiven Beurteilungen. Jeder User, der sich mit unausgereiften SMS-Funktionen in seinem Handy einmal ärgern musste, setzt nach dem Kennenlernen von WhatsApp die Latte hoch. Lediglich der Newcomer Viber hat die Chance, hier mitzuhalten.
Der nächste Schauplatz ist längst da!
Auch Viber liest das Telefonbuch aus und listet alle Freunde und Bekannten auf, die den Service nutzen. Während WhatsApp als Web-Chat lediglich die SMS-Funktion einsammelt, traut sich Viber auch an die Telefonie. Ist man wie sein Gesprächspartner via UMTS oder WLAN eingebucht, kanns mit einem Klick losgehen. Damit greift Viber das Geschäft mit Kurznachrichten und Telefonaten an - und dies für Android wie fürs iPhone. Die eigene Rufnummer dient einfach als ID.
Jeder Kontakt, jederzeit, überall erreichbar
Beide Apps - WhatsApp wie Viber - nutzen das eigene Telefonbuch. Und darin sind u. a. alle Facebook- und Google-Kontakte, Linkedin- und XING-Kontakte sowie GMX- und WEB.DE-Adressen zusammengefasst. Mit den cleveren Messengern wird jeder Kontakt aus jedem Adressbuch jederzeit und überall erreichbar. Eine händische Synchronisation oder eine Differenzierung zwischen beruflichen und persönlichen Kontakten gehört der Vergangenheit an.
Win Phone - die FDP der Betriebssysteme
11,8 Millionen Deutsche kauften im vergangenen Jahr ein Smartphone, die meisten griffen zu Android- oder iOS-Geräten - und die werden von allen Adressbüchern und allen Messengern uneingeschränkt unterstützt - im Gegensatz zum gehypten Apple-Vorgänger Blackberry, zur FDP unter den Betriebssystemen, Windows Phone, oder dem ewig Gestrigen der Mobilfunk-Branche, Symbian, Doch während Microsoft, Nokia und RIM noch nach der Zukunft suchen, sind die App-Entwickler schon einen Schritt weiter.
Der Video-Club der üblichen Verdächtigen
Nach Chat und Telefon lauern Apple, Facebook, Google und Skype bereits um die Ecke, um mit der Video-Telefonie den nächsten Step zu unternehmen, und damit Handy-Telefonaten endgültig den Garaus zu machen.. Innovator Apple preschte mit Facetime als Erster nach vorn. Die Videocalls sind jedoch nur unter iPhones und iPods ab 4. Generation oder via Mac möglich. Da haben es User der anderen Services deutlich besser:
Runde 3: Google vs. Facebook vs. Skype
Mit Hangout bietet Google jedem Google+-Nutzer unter Android und iOS einen mobilen Videochat an. Da jeder Google-User (z. B. GMail-Nutzer) künftig Google+ haben wird, ist nichts leichter, als einen Videochat zu starten. Facebook wird mit seinem - zusammen mit Skype entwickelten - Videochat nachziehen, wenn die Mobilfunknetze auf 4G - sprich LTE - laufen. Skype selbst bietet bereits heute Videocalls über 3G (HSDPA) und WLAN an, sowohl für Android als auch fürs iPhone.
Die Mobilfunker vor der Herausforderung
Seit dem Durchstarten des iPhones im Jahr 2008 ist der Umsatz der vier Mobilfunker beim mobilen Internet von 3,2 auf 4,4 Mrd. € - und damit um rd. 1/3 - gewachsen. Die einzige Sparte mit Zuwachsraten wird - so der Focus - in den kommenden 2 Jahren erneut um 50% auf dann rd. 6,6 Mrd. € klettern. Schmelzen die verkauften Telefon-Minuten (Air Time) einschl. Flatrates dahin, müssen sich die Mobilfunker jedoch was Neues einfallen lassen.
Rich Communication Suite - enhanced
Der Konsolidierung von Text (SMS), Sprache (Telefon) und Bild (Video) auf das Internet-Protokoll (TCP IP) haben die Mobilfunk-Netzbetreiber kaum etwas entgegenzusetzen. Ob Telefonica, Telekom und Vodafone mit ihrer aktuell angekündigten "Rich Communication Suite enhanced" (RCS-e) den Trend abbremsen können oder als "Dumb Pipes" - sprich dumme Transportkanäle - enden, bleibt fraglich. Schließlich handelt es sich bei RCS-e lediglich um ein Stück Software für Android, iOS + Co. Und das können andere auch... kostenfrei.
WhatsApp: Weil einfach einfach einfach ist
Mit 49% Nutzerquote bei Smartphone-Usern geht vor allem WhatsApp durch die Decke. Kein Wunder: Mit der Installation liest der ursprünglich fürs iPhone entwickelte Service einfach das Adressbuch aus und listet alle App-User im Bekanntenkreis übersichtlich auf. Facebook erfordert hingegen die Präsenz im Netzwerk und eine Anmeldung an der App, Skype verlangt sogar einen Account mit extra Nutzer-Name, um mit anderen skypen zu können.
Vom iPhone zum Liebling aller mobilen User
Allein unter Android schafft es der Martkführer WhatsApp auf 486.000 positive Bewertungen mit 4,5 von 5 Sternen. Und auch unter iOS bringt es WhatsApp auf 4,5 Sterne - bei mehr als 47.000 positiven Beurteilungen. Jeder User, der sich mit unausgereiften SMS-Funktionen in seinem Handy einmal ärgern musste, setzt nach dem Kennenlernen von WhatsApp die Latte hoch. Lediglich der Newcomer Viber hat die Chance, hier mitzuhalten.
Der nächste Schauplatz ist längst da!
Auch Viber liest das Telefonbuch aus und listet alle Freunde und Bekannten auf, die den Service nutzen. Während WhatsApp als Web-Chat lediglich die SMS-Funktion einsammelt, traut sich Viber auch an die Telefonie. Ist man wie sein Gesprächspartner via UMTS oder WLAN eingebucht, kanns mit einem Klick losgehen. Damit greift Viber das Geschäft mit Kurznachrichten und Telefonaten an - und dies für Android wie fürs iPhone. Die eigene Rufnummer dient einfach als ID.
Jeder Kontakt, jederzeit, überall erreichbar
Beide Apps - WhatsApp wie Viber - nutzen das eigene Telefonbuch. Und darin sind u. a. alle Facebook- und Google-Kontakte, Linkedin- und XING-Kontakte sowie GMX- und WEB.DE-Adressen zusammengefasst. Mit den cleveren Messengern wird jeder Kontakt aus jedem Adressbuch jederzeit und überall erreichbar. Eine händische Synchronisation oder eine Differenzierung zwischen beruflichen und persönlichen Kontakten gehört der Vergangenheit an.
Win Phone - die FDP der Betriebssysteme
11,8 Millionen Deutsche kauften im vergangenen Jahr ein Smartphone, die meisten griffen zu Android- oder iOS-Geräten - und die werden von allen Adressbüchern und allen Messengern uneingeschränkt unterstützt - im Gegensatz zum gehypten Apple-Vorgänger Blackberry, zur FDP unter den Betriebssystemen, Windows Phone, oder dem ewig Gestrigen der Mobilfunk-Branche, Symbian, Doch während Microsoft, Nokia und RIM noch nach der Zukunft suchen, sind die App-Entwickler schon einen Schritt weiter.
Der Video-Club der üblichen Verdächtigen
Nach Chat und Telefon lauern Apple, Facebook, Google und Skype bereits um die Ecke, um mit der Video-Telefonie den nächsten Step zu unternehmen, und damit Handy-Telefonaten endgültig den Garaus zu machen.. Innovator Apple preschte mit Facetime als Erster nach vorn. Die Videocalls sind jedoch nur unter iPhones und iPods ab 4. Generation oder via Mac möglich. Da haben es User der anderen Services deutlich besser:
Runde 3: Google vs. Facebook vs. Skype
Mit Hangout bietet Google jedem Google+-Nutzer unter Android und iOS einen mobilen Videochat an. Da jeder Google-User (z. B. GMail-Nutzer) künftig Google+ haben wird, ist nichts leichter, als einen Videochat zu starten. Facebook wird mit seinem - zusammen mit Skype entwickelten - Videochat nachziehen, wenn die Mobilfunknetze auf 4G - sprich LTE - laufen. Skype selbst bietet bereits heute Videocalls über 3G (HSDPA) und WLAN an, sowohl für Android als auch fürs iPhone.
Die Mobilfunker vor der Herausforderung
Seit dem Durchstarten des iPhones im Jahr 2008 ist der Umsatz der vier Mobilfunker beim mobilen Internet von 3,2 auf 4,4 Mrd. € - und damit um rd. 1/3 - gewachsen. Die einzige Sparte mit Zuwachsraten wird - so der Focus - in den kommenden 2 Jahren erneut um 50% auf dann rd. 6,6 Mrd. € klettern. Schmelzen die verkauften Telefon-Minuten (Air Time) einschl. Flatrates dahin, müssen sich die Mobilfunker jedoch was Neues einfallen lassen.
Rich Communication Suite - enhanced
Der Konsolidierung von Text (SMS), Sprache (Telefon) und Bild (Video) auf das Internet-Protokoll (TCP IP) haben die Mobilfunk-Netzbetreiber kaum etwas entgegenzusetzen. Ob Telefonica, Telekom und Vodafone mit ihrer aktuell angekündigten "Rich Communication Suite enhanced" (RCS-e) den Trend abbremsen können oder als "Dumb Pipes" - sprich dumme Transportkanäle - enden, bleibt fraglich. Schließlich handelt es sich bei RCS-e lediglich um ein Stück Software für Android, iOS + Co. Und das können andere auch... kostenfrei.